FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

LANDESPOKAL

OPTIK IM VIERTELFINALE!

Gegen den BSC Süd 05 dreht Optik in den letzten Minuten einen 1:2-Rückstand und zieht ins Pokalviertelfinale ein.

Die beiden Kapitäne im Zweikampf: Rene Goerisch und Emre Turan.

Optik und der Pokal - eine verrückte Geschichte. Schafften die Rathenower in Seelow den Sieg in doppelter Unterzahl, lag man nun in Brandenburg 30 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit mit 1:2 in Rückstand, um dennoch ohne Verlängerung in das Viertelfinale einzuziehen.

Ohne sechs - eigentlich ohne sieben Stammspieler, denn Eli Said Balde saß auf der Bank - begann es trotzdem programmgemäß. Den ersten echten Angriff schloss Murat Turhan nach feiner Vorarbeit von Benjamin Wilcke und Kwasi Boachie mit einem sehr platzierten Schuss zum frühen 0:1 ab.

Die Führung hielt aber nicht lange. Nach einem Duell zwischen Caga Aslan und Marcel Subke entschied Schiedsrichter Norbert Giese aus Großräschen auf Strafstoß für Süd 05. Ob berechtigt oder nicht, darüber wurde heftig gestritten. Fakt ist, da musste der FSV-Keeper nicht so hingehen, der Brandenburger Angreifer war schon weit zur Seite abgedrängt. Rene Goerisch (wie immer, wenn es gegen Optik geht, wurde er im Vorfeld als verletzt gemeldet, um dann trotzdem von Beginn an zu spielen) war es egal, er verwandelte sicher.

Das 1:1 warf den FSV aber nicht aus der Bahn. Kevin Adewumi, Emre Cakmakci und Kwasi Boachie hätten Optik bei mehreren guten Gelegenheiten wieder in Führung bringen können. Besonders letzterer hatte viel Pech bei seinem Versuch. Vom Innenpfosten sprang der Ball zurück ins Feld. Das Tor fiel dann allerdings auf der anderen Seite. Rene Goerisch konnte bei seinem Solo von keinem Rathenower Defensivspieler gebremst werden und hatte dann auch noch das Auge, um genau in die Ecke zu schieben. Danach fiel dem FSV bis zur Pause nicht mehr viel ein.

Nach dem Wechsel sahen die 405 Zuschauer eine Partie, die BSC-Trainer Steffen Borkowski hinterher mit dem Satz: "Wir sind in der zweiten Halbzeit ziemlich unter Druck geraten, da lag es in der Luft, dass noch irgendetwas passiert", umschrieb. Das mit dem Druck stimmt. Bis auf einen Aufsetzer aus dem Gewühl, an den Marcel Subke noch eine Hand bekam, sowie einen Konter in der 88. Minute (Klasseparade Subke) kam vom Gastgeber offensiv kaum noch etwas.

Dafür verteidigten die 05er aber geschickt. Viele Befreiungsschläge, wenn nötig einige Fouls, Zeit schinden, wo immer es ging - Pokalkampf halt. Chancen zum Ausgleich gab es dennoch reichlich. Ob Kwasi Boachie, Murat Turhan, Kevin Adewumi oder der zur Halbzeit erstmals für Rathenow auflaufende Ahmet Sagat - entweder hielt Dennis Rahden oder es fehlte ein Stück.

War beides mal nicht der Fall hatten verschiedene Sportfreunde etwas gegen den Torerfolg: Turhans Kopfball nach einer Stunde klärte Danilo Gomes Borges auf der Linie. Der Versuch von Emre Cakmakci zehn Minuten später war drin, doch diesmal wollte der Linienrichter nicht. Zu Recht, Emre stand bei seinem Kopfball im Abseits. Zwischendurch lautstarke Proteste der Optiker. Ein Foul an Boachie wurde geahndet, aber der Unparteiische verlegte den Tatort wenige Zentimeter außerhalb des Strafraums.

Als dann in der 89. Minute fünf (!) Rathenower nacheinander an der vielbeinigen Abwehr scheiterten, glaubte kaum noch jemand unter den circa 80 Rathenower Anhängern an ein Weiterkommen. "Der späte Sieg ist natürlich sehr glücklich...", meinte Ingo Kahlisch nach der Partie. Er dürfte dabei wohl das 2:2 im Sinn gehabt haben. Ein von außen gar nicht einmal so gefährlich aussehender Kopfballaufsetzer von Emre Cakmakci flutschte Rahden über die Arme ins Netz.

Doch damit nicht genug. Drei berechtigte Nachspielminuten, Marcel Bahr hatte Mitte der zweiten Halbzeit einen Volleyschuss von Gomes Borges voll ins Gesicht bekommen und musste lange behandelt werden, waren fast abgelaufen. Beim allerletzten Angriff zog Ahmed Sagat in den Strafraum und wurde von den Beinen geholt. Auch hier ertönte der Strafstoßpfiff sofort, auch hier nützten alle Proteste nichts. Murat Turhan übernahm die Verantwortung und verwandelte zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer. Sofort danach war Schluss und der FSV Optik hatte das Viertelfinale erreicht. Mit Nachspielzeit, aber als einziger der drei Regionalligisten ohne Verlängerung.

Ingo Kahlisch: "Das war heute ein fairer heißer Wettkampf. Der späte Sieg ist natürlich sehr glücklich, wir sind froh, dass wir weitergekommen sind. Wir wussten vorher, dass es schwer wird, da wir so viele Ausfälle hatten. Natürlich sind wir froh, dass wir hier eine Runde weitergekommen sind."

Steffen Borkowski: "Es ist natürlich sehr bitter hier zu verlieren, nachdem wir 88 Minuten geführt haben. Wir sind in der zweiten Halbzeit ziemlich unter Druck geraten, da lag es in der Luft, dass noch irgendetwas passiert. Man hat da schon den Unterschied zwischen Regionalliga und Oberliga gesehen. Bedenklich fand ich einige Schiedsrichterentscheidungen. Ich muss jetzt die Jungs wieder aufrichten, es kommen noch viele schwere Spiele."

Die Achtelfinal-Partien im Überblick:
SV Frankonia Wernsdorf - FC Energie Cottbus 0:6
Brandenburger SC Süd 05 - FSV Optik Rathenow 2:3
SV Altlüdersdorf - FSV 63 Luckenwalde 2:4 n.V.
1. FC Frankfurt - FC Strausberg 1:2
FSV Bernau - VfB Hohenleipisch 1:2
SV Grün-Weiß Brieselang - SV Babelsberg 03 0:1 n.V.
Breesener SV Guben Nord - FSV Union Fürstenwalde 0:2
Ludwigsfelder FC - TSG Einheit Bernau 7:5 n.V.

Optik: Subke - Bahr(G/70. Said Balde/G), Turan, Cakmakci, Wilcke(46. Sagat) - Ucar, Lindau - Adewumi, Deniz(G/77. Weber), Boachie - Turhan

Tor:
0:1 Turhan (6.)
1:1 R. Goerisch (13./FE)
2:1 R. Goerisch (39.)
2:2 Cakmakci (90.)
2:3 Turhan (90.+3/FE)