FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

HAUPTSACHE DREI PUNKTE

Trotz der "schlechtesten Saisonleistung" (Ingo Kahlisch) gewinnt Optik beim FC Strausberg mit 3:0.

Mit der "schlechtesten Saisonleistung" 3:0 gewonnen - es gibt wahrscheinlich schlimmere Tage im Leben eines Fußballtrainers. Für den Auswärtserfolg in Strausberg müssen sich die Rathenower sicher nicht entschuldigen, aber gut gespielt haben sie tatsächlich nicht.

Neben Julian Ringhof musste auch Jerome Leroy, zumindest zu Beginn, passen. Fußprobleme ließen einen Einsatz über die komplette Spieldauer nicht zu. Das schien zunächst egal, der Beginn war so recht nach dem Geschmack der FSV-Fans unter den leider nur 115 Zuschauern. Beim ersten Angriff wurde Dragan Erkic links geschickt, umdribbelte drei Abwehrspieler und schoss dann aus ganz spitzem Winkel. Torwartoldie Timo Hampf, früher bei TeBe Berlin, machte das kurze Eck zu. Allerdings, wäre das Abspiel auf den komplett allein gelassenen Murat Turhan gekommen, es hätte nach 60 Sekunden 0:1 gestanden.

Bjarne Rogall musste erstmals eingreifen als sich eine abgefälschte Flanke tückisch senkte. Nach einer halben Stunde versuchte Yildirim Kaan Bektas eine Ecke direkt ins Tor zu zirkeln, auch hier packte Rogall zu. Damit sind die Chancen der Gastgeber auch lückenlos aufgezählt. So wenig bei den mit einer Fünferabwehrkette agierenden Strausbergern nach vorne ging, hinten standen sie sehr konzentriert. Es war schwer durchzukommen. Da außerdem die Laufbereitschaft der Gäste nicht so hoch war wie in den vergangenen Wochen, entwickelte sich ein eher müder Kick. Oder wie es einer der Zuschauer formulierte: "Das beste war das Wetter."

Zwei Aufreger gab es noch. Murat Turhan schoss aus Nahdistanz drüber, leistete dann aber gute Vorarbeit für Dragan Erkic. Dessen Volleyknaller kam jedoch genau auf den Keeper. Dann waren die 45 Minuten um, nicht aber die Halbzeit. Zwei längere Verletzungsunterbrechungen bewogen den ganz kurzfristig angesetzten Schiedsrichter Justin Weigt aus Zossen, drei Minuten Nachspielzeit anzuzeigen. Noch einmal wurde Erkic steil geschickt, Gegenspieler Adam Anton Wiejkuc war einen Tick eher am Ball, klärte fair. Dragan hatte bereits abgedreht, da rutschte Wiejkuc aus und fiel mit dem Oberarm auf den Ball, blockierte ihn quasi mit der Hand. Der Unparteiische pfiff sofort Elfmeter. Natürlich gab es Proteste, natürlich blieb die Entscheidung bestehen. Cihan Ucar behielt die Konzentration und verwandelte sicher zum 0:1.

Personell und taktisch umgestellt kam Optik aus der Kabine. Benny Wilcke rückte für den ausgeschiedenen Marcus Stachnik in die Viererkette, seine rechte Außenbahn nahm der zuvor über links kommende Erkic ein und dessen Position besetzte Süleyman Kapan. Viel spektakulärer war der Wechsel zehn Minuten später beim FCS. Bei der Annahme eines harmlosen Rückpasses verletzte sich Torwart Timo Hampf böse an der Leiste und konnte nur gestützt und unter großen Schmerzen das Feld verlassen. Ein Ersatzkeeper war nicht da, so streifte sich Mitteldfeldakteur Tim Bolte das Torwarttrikot über.

Wer nun dachte, Optik würde aus allen Lagen feuern, sah sich getäuscht. Nur der agile Erkic setzte sich einmal toll auf rechts durch, spielte diesmal auch ab. Aber in der Mitte war keiner. Strausberg traute sich trotz Rückstand kaum nach vorn, Optik machte so gut wie nichts. Mit einem Wort - langweilig. Bis eine Viertelstunde vor Schluss. Da wurde es für Wiejkuc endgültig ein gebrauchter Tag. Ihm gelang ein schöner Volleytreffer - aber ins eigene Netz, zum 0:2.

Damit war die Partie durch. Wenigstens einen richtig schönen Spielzug gab es noch. Dragan Erkic setzte im richtigen Moment Cihan Ucar in Szene, der mit wuchtigem Schuss zum 0:3 vollendete. Die letzte Szene gehörte Yildirim Kaan Bektas, der bereits verwarnt, Emre Turan umsenste. Bektas verletzte sich bei der Szene schwer und wurde lange auf dem Platz behandelt. Als sich die Situation immer weiter hochschaukelte, zog der Schieri Gelb-Rot für den Strausberger und pfiff ab.

Ingo Kahlisch: "Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Wir haben trotzdem gewonnen, das war das Wichtigste, aber wir müssen uns über viele Dinge unterhalten. Das war nicht das, was ich mir vorstelle, wir müssen uns in den nächsten Wochen steigern. Eigentlich haben wir gewonnen, weil vorne Dragan Erkic überragende Klasse bewiesen hat und, das muss auch mal so gesagt werden, es der Gegner heute nicht allzu schwer machte."

Christof Reimann: "Wir haben uns anfangs gleich gut gefunden, defensiv gut gestanden und waren bis zur Pause engagiert. Dann kommen zwei dumme Ballverluste zum 0:1 und 0:2. Danach war bei uns die Ordnung kaputt, das 0:3 geht in Ordnung, aber ist natürlich bitter. Nun müssen wir zusehen, dass wir in Malchow was holen."

Optik: Rogall - Watanabe, Turan, Langner, Stachnik (46. Kapan) - Ucar, Lindau - Wilcke (82. Dülek), Duljevic (73. Leroy), Erkic - Turhan

Tore:
0:1 Ucar (45.+2/HE)
0:2 Wiejkuc (76./ET)
0:3 Ucar (82.)