FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

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Eine Woche vor dem Punktspielstart unterliegt Optik im Test beim BSC Süd mit 2:3.

BSC-Kapitän Rene Görisch und Marc Langner im Zweikampf.

Ein Dämpfer zur rechten Zeit - so bezeichnet man wohl das, was dem FSV Optik am Samstag widerfuhr. Beim Staffelrivalen Süd 05 unterlagen die Rathenower, über die gesamte Spielzeit gesehen, verdient mit 2:3. Auch wenn mit Rogall, Leroy, Stachnik, Kapan und Turhan fünf potentielle Kandidaten für die Stammelf nicht auf dem Rasen standen, es war nicht das Ergebnis, sondern die phasenweise lasche Einstellung, die Ingo Kahlisch nicht passte.

Eines muss man dem Kick bei schwülwarmem Wetter lassen, er hatte gleich zu Beginn enormen Unterhaltungswert. Vor dem Anpfiff kreisten lautlos zwei Segelflieger über dem Seelenbinder-Sportplatz. Als es los ging, sorgten Brandenburgs Wechsler für tolle Aktionen. Beim Warmmachen blieben mehrere Bälle im Fangnetz hinter dem Tor hängen. Die für die zweite Halbzeit vorgesehenen Kicker versuchten diese nun mittels anderer Bälle herunterzuschießen. Gelang dies mal, blieb dafür das verwendete Spielobjekt oben. Fakt ist: 25 Minuten lang waren die Blicke der Fans weit öfter hinter, als auf dem Platz.

Dort gab es zwei gute Reaktionen von Keeper Toni Neubauer, der gegen Benjamin Wilcke und Luiz Schack hielt, sowie einen Pfostenschuss von Rathenows nächstem Neuzugang. Nii Bruce Weber, der einen Tag nach dem Punktspielauftakt seinen 19. Geburtstag feiert, kommt von den A-Junioren des FC Energie Cottbus. Es war einige Male ganz hübsch anzusehen, was Rathenow fabrizierte, aber meist ungefährlich. Außerdem ließen die Gäste viel zu oft das Durchsetzungsvermögen, oder besser, den Willen dazu, vermissen.

Wie effektiver Männerfussball geht, zeigte dann Rene Goerisch. Innerhalb von sieben Minuten gelangen dem Vollblutstürmer drei Treffer. Die Assistpunkte dürfte sich genaugenommen Rathenows Defensive anschreiben lassen, das war einfach zu einfach. Zwischendurch gab es eine diskussionswürdige Szene, als Maximilian Gerlach den frei auf das Tor zulaufenden Nii Weber umsenste. Im Punktspiel Rot für die Notbremse, war bei diesem Test die Gelbe Karte von Schiedsrichter Felix Burghardt sicherlich eine vertretbare Entscheidung.

Nach dem Wechsel passierte einige Zeit ziemlich wenig in den Strafräumen. Zu den drei in der Pause eingewechselten Akteuren gehörten auch die beiden schon in Werder mitwirkenden Probanden. Zu ihnen lässt sich sicherlich am Mittwoch mehr sagen. Optik war nun engagierter bei der Sache, übersah allerdings so manches Mal den startenden Außenspieler.

Immerhin, kräftemäßig hatte der FSV mehr zum Zusetzen, obwohl Süd wesentlich öfter frische Kräfte brachte. In den letzten 20 Minuten hätte sich das Ergebnis gar komplett drehen können, da zwischen den Torerfolgen von Benny Wilcke und Julian Ringhof jedoch Askin Yildiz, Cüneyt Top und Nii Weber ihre Gelegenheiten vergaben blieb es beim Sieg für 05.

Ingo Kahlisch meinte nach dem Schlusspfiff: "Eine verdiente Niederlage. Was wir in der ersten Halbzeit angeboten haben, geht gar nicht. Das war für alle ein Schuss vor den Bug, mit halbem A... kannst du nicht Fußball spielen."

Einmal können die Jungs noch testen. Am Mittwoch kommt der FSV Havelberg an den Vogelgesang. Für die Spieler, ja sogar für Mister Optik Rathenow, ein Vorbereitungskick gegen einen Vertreter der Landesklasse Sachsen-Anhalt. Nur für die ältesten und allertreuesten Fans ist es ein "Rückspiel". Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren unterlag Motor Rathenow, noch auf dem Sportplatz im Kasernenkomplex, der ASG Vorwärts Havelberg mit 2:6. Rautenberg und Rother hießen damals die Torschützen. Ob die Rathenower diesmal besser abschneiden zeigt sich am Mittwoch ab 18 Uhr.

Optik: Kycek - Watanabe (60. Bradburn), Ringhof, Turan E. (46. Testspieler I), Wilcke - Langner, Bilbija - Turan T. (42. Yildiz), Schack (46. Testspieler II), Top - Weber

Tore:
1:0 Goerisch (33.)
2:0 Goerisch (38.)
3:0 Goerisch (40.)
3:1 Wilcke (71.)
3:2 Ringhof (89.)