FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

LANDESPOKAL

OPTIK QUÄLT SICH INS HALBFINALE

Nach einem mühevollen 2:1-Erfolg in Krieschow steht der FSV Optik im Halbfinale des AOK Landespokals.

Bild: Archiv

Der FSV Optik steht im Halbfinale des AOK-Landespokals. Über das Wie wird in spätestens einer Woche niemand mehr reden. Und das ist in diesem Fall gar nicht so verkehrt. Neben dem Erfolg gab es das wohl kürzeste Pflichtspielfazit von Ingo Kahlisch in 30 Jahren Amtszeit.

Emre Turan wird mehr und mehr zum Vorbild für die jungen Akteure. Trotz Verletzung biss er die Zähne zusammen und stellte sich zur Verfügung. In einer Partie mit sehr bescheidenem Niveau fielen ansonsten noch Luis Zwick, Robin Techie-Menson und Benny Wilcke durch solide Leistung auf.

Sonnig, aber kalt war es in Brandenburgs Süden. So fiel auch das 1:0. Ein, um es mal vorsichtig auszudrücken, sommerlich-leichtes Abwehrverhalten von Aleksandar Bilbija, der gegen drei Krieschower dribbeln wollte und ein eiskalter Abschluss von Leo Felgenträger, der nach Balleroberung von Paul Pahlow und Querpass von Martin Dahm im richtigen Moment den Fuss hinhielt.

Zu diesem Zeitpunkt nach 25 Minuten hatte Optik das Spiel eigentlich klar im Griff. Der Regionalligist hätte führen müssen, aber das ist in dieser Saison ja nicht neu. Murat Turhan bekam nach Vorarbeit von Oscar Ortiz und Hasan Akcakaya die Fußspitze nicht mehr an den Ball (16.), bei einer gravierenden Unsicherheit von Torhüter Max Oberschmidt schlug Dennis Hildebrandt den Nachschuss von Cüneyt Top von der Linie (19.). 120 Sekunden später war Oberschmidt dagegen aufmerksam, als er beim Konter von Akcakaya den Tick eher am Ball war und unmittelbar vor dem Gegentreffer hatte Oscar Ortiz knapp am Gehäuse vorbeigeschossen.

Für die Gastgeber stand bis dahin ein Freistoß von Markus Kaiser zu Buche, den Luis Zwick sicher parierte. Nach der VfB-Führung wurde es hektisch und unansehnlich. Süleyman Kapan prüfte Oberschmidt noch einmal, ehe Murat Turhan mit dem Pausenpfiff doch noch der 1:1-Ausgleich gelang. Benjamin Wilcke konnte sich auf links endlich einmal durchsetzen, Murat hatte dann bei seinem ersten Pflichtspieltor in dieser Saison wenig Mühe. Krieschows Akteure, ohnehin sehr zu Diskussionen aufgelegt, monierten ein vorangegangenes Foul. Hart war der Zweikampf, vielleicht hätte der Unparteiische sogar gepfiffen, wenn er zuvor nicht ständig zugetextet worden wäre.

War es schon in der ersten Hälfte nicht gerade hochklassig, ließ das Niveau nach der Pause noch mehr nach. Selten, dass der Ball über mehr als drei Stationen in den eigenen Reihen blieb. Gäbe es eine Statistik für Einwürfe, dieses Spiel würde ganz weit oben rangieren, so oft landete das Spielgerät im Aus.

Geschlagene 25 Minuten gab es keinerlei Torschuss, dann war Torjäger Sven Konzak plötzlich frei durch. Krieschows Anhänger unter den 180 Zuschauern setzten zum Jubeln an, doch mit einer phantastischen Parade hielt Luis Zwick sein Team im Spiel.

Die Minuten danach brachten ein, wenn auch nur leichtes Übergewicht für Rathenow. Beim Freistoß von Jerome Leroy fehlte nicht viel. Kurz darauf gab es den zweiten von nur zwei Eckbällen für Optik. Und nun hatte der FSV endlich einmal das Glück, das in vielen Meisterschaftsspielen fehlte. Murat Turhan kam zwar mit dem Kopf ans Leder, köpfte aber knapp vorbei. Dachten alle. Aber irgendwie fand Murat auf der topgepflegten Anlage die einzige kleine Unebenheit. Jedenfalls änderte der Ball um eine Winzigkeit seine Richtung, prallte an den Innenpfosten und kullerte im Zeitlupentempo zum 1:2 über die Linie.

Die Gastgeber warfen nun natürlich alles nach vorn, ohne klare Möglichkeit allerdings. Die angezeigten drei Minuten Nachspielzeit waren fast rum, als beim letzten Eckball auch der Keeper mit nach vorn ging. Dann ein kollektiver Aufschrei, im Strafraumgetümmel soll einem FSV-Akteur aus maximal einem Meter der Ball an die Hand geschossen worden sein. Schiedsrichter Tino Stein, dem es die Akteure insgesamt nicht gerade leicht machten winkte sofort ab, Emre Turan umspielte den weit aufgerückten Max Oberschmidt und hatte freie Bahn zum leeren Tor...

Und dann passierte etwas, was wohl im NOFV-Bereich einmalig ist. Mit voller Wucht wurde von der Bank der Gastgeber ein zweiter Ball auf das Spielfeld geschossen, um eine Unterbrechung zu provozieren. Der Referee tat das wohl einzig Richtige und beendete die Partie.

Ingo Kahlisch fasste die 94 aufreibenden Minuten in genau sechs Worte zusammen: "Runde weiter, mehr sag ich nicht!"

Optik: Zwick - Techie-Menson, Turan, Bilbija (G), Wilcke - Hellwig, Ortiz - Akcakaya (59. Printemps), Kapan (G/71. Leroy), Top - Turhan

Tore:
1:0 Leo Felgenträger (26.)
1:1 Murat Turhan (45.)
1:2 Murat Turhan (82.)

Das Viertelfinale im Überblick:
Ludwigsfelder FC - FSV Luckenwalde 3:6 n.V.
Brandenburger SC Süd 05 - FC Energie Cottbus 1:3
SV Wacker Cottbus-Ströbitz - SV Grün-Weiß Brieselang 1:4 n.E.