FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

SPIELABBRUCH IN LICHTENBERG

Wegen einer Unwetterwarnung hat Schiedsrichter Christian Allwardt die Partie in Lichtenberg beim Stand von 1:1 in der 75. Minute abgebrochen.

"Ein Spiel dauert 90 Minuten?" Von wegen. Bei der Regionalligapartie zwischen Lichtenberg 47 und dem FSV Optik war viel früher Schluss.

Es lief die 74. Minute im Berliner Zoschke-Stadion. Soeben hatte ein Hubschrauber die Arena überflogen, viele der immerhin 895 Zuschauer hatten ihm nachgeblickt und dabei dunkle Wolken und einen einzelnen, weit entfernten Blitz bemerkt.

Nach einem weiten Abschlag von Niklas Wollert ertönte plötzlich ein Pfiff. Proteste der Gastgeber, das könne nie und nimmer Abseits gewesen sein. War es auch nicht. Allgemeine Ratlosigkeit, bis Schiedsrichter Christian Allwardt mit seinen Assistenten den Platz verließ. Wenig später erklärte der Stadionsprecher, dass die Partie wegen einer Unwetterwarnung für maximal 30 Minuten unterbrochen sei.

Bis zum regulären Ende um 19.45 Uhr grummelte es zwar irgendwo in der Ferne, aber in der unmittelbaren Umgebung des "Zoschke" gab es weder Gewitter, noch Regen. Beide Mannschaften blieben noch minutenlang auf dem Rasen, glaubten wohl an eine baldige Wiederaufnahme des Spiels.

47-Coach Uwe Lehmann ließ seinen Unmut sofort heraus, Ingo Kahlisch wenig später im Kabinentrakt. Als die 30 Minuten um waren, brach dann tatsächlich ein Unwetter los, außerdem wurde es finster über der Hauptstadt.

Die Partie solle "zeitnah neu angesetzt werden", erklärte Staffelleiter Wilfried Riemer. Muss sie auch, denn an allen Wochenenden sind Spiele angesetzt und in der Woche ist es schon bald nicht mehr möglich. Auch Lichtenberg hat, wie Optik damals, als Neuling selbstverständlich zwei Jahre Zeit für eine Flutlichtanlage.

Als wäre die Absage nicht schon Katastrophe genug, bekamen beide Teams dann auf Nachfrage die Auskunft, dass zwar Ergebnis und Torschützen futsch sind, die Gelben Karten (drei für L`47, zwei für Optik) in der Wertung bleiben!

Zum Sportlichen: In der ersten Halbzeit zeigte der FSV eine schlechte Leistung. Ähnlich wie gegen Halberstadt wikte alles pomadig, langsam, ohne Herz und das nötige Feuer.

Dennoch gab es durch Caner Özcin eine hochkarätige Gelegenheit, sein Kopfball ließ aber ebenfalls den nötigen Druck vermissen. Der Aufsteiger agierte mit mehr Leidenschaft und ging nach einem unhaltbaren Schuss von Nils Fiegen nach einer knappen halben Stunde mit 1:0 in Führung.

Komplett anders wurde das Geschehen nach Wiederanpfiff. Rathenow wirkte nicht nur viel zielstrebiger, sondern auch konditionsstärker. Allein, es war unfassbar, wie viele klare Chancen die Truppe ausließ. Jerome Leroy (50., 54.), Marc Langner (56.), Glodi Zingu (61.) - als die Hauptstädter in der 66. Minute mit vereinten Kräften eine Dreifachchance von Optik vereitelten, hätten die Gäste längst führen müssen!

Der überfällige Ausgleich kam dann eher glücklich zustande. Süleyman Kapan hielt den Fuß in einen Schuss von Marc Langner und fälschte das Leder so unhaltbar ab. 120 Sekunden später war Schluss. Ob die Lichtenberger, die inzwischen stehend K.O. schienen, sich vom Ausgleichstreffer erholt hätten oder ob Optik nachgelegt hätte, wird man nie erfahren...

Bilder vom Spiel

Optik: Hiemann - Zingu, Turan, Bilbija, Matur (59. Sakran) - Hellwig, Leroy (G) - Langner, Kapan, Adewumi (G / 55. Jürgens) - Özcin

Tore:
1:0 Fiegen (29.)
1:1 Kapan (72.)