FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

LANDESPOKAL

SANG- UND KLANGLOS AUSGESCHIEDEN

Mit einer 2:3-Niederlage in Miersdorf verabschiedet sich der FSV Optik aus dem Landespokal.

Eine Niederlage, die richtig doll wehtut, holte sich der FSV Optik in Miersdorf. Nach einer lange Zeit indiskutablen Leistung verabschiedeten sich die Rathenower so früh wie lange nicht aus dem Landespokal.

Es lief schon die 79. Minute, als beim Brandenburgligisten Eintracht Miersdorf/Zeuthen, dem so langsam die Luft ausging, gleich drei Abwehrspieler am Ball vorbeirutschten. Urplötzlich kam Caner Özcin frei zum Schuss und drosch den Ball meterweit über das Gehäuse.

Eine Szene, die symptomatisch für die Partie war. Nie fand Rathenow wirklich Zugriff, Bälle versprangen, Zuspiele kamen nicht an, beim Abschluss wurde gezögert. Als Ilja Sevcuks nach gut einer Viertelstunde den ersten Schuss auf den Kasten von Keeper Sebastian Vogel abgab, hatten die Gastgeber schon mehrfach ihre Aktionen zu Ende gebracht. Auch wenn anfangs alles drüber oder vorbei flog, mehr Gefahr beschworen sie allemal herauf.

Zwei Mal den Ball nicht weg, beim dritten Versuch Torjäger Niklas Goslinowski direkt ins linke untere Eck - schon stand es 1:0. Für den Rest der ersten Halbzeit sah es so aus, als würde das Optik ein bisschen wachrütteln. Aber als Regionalligist musst du dann eine von vier Gelegenheiten (Zingu, Leroy, Hellwig, Sevcuks) auch mal nutzen.

"Offen wie ein Scheunentor", Ingo Kahlisch war fassungslos, wie leichtfertig seine Hintermannschaft nach einer knappen Stunde auf einen Ballverlust reagierte. Goslinowski behielt im Eins gegen Eins die Nerven und erhöhte auf 2:0.

Fast schon slapstickhafte Züge trug der dritte Gegentreffer. Nach einem abgewehrten Versuch wäre der Miersdorfer Nachschuss deutlich am Tor vorbeigegangen. Die Innenverteidigung des FSV versuchte statt den Abstoß mitzunehmen, das Leder noch vor der Torauslinie wieder nach vorne zu befördern. Ohne jede Mühe staubte Sinisa Kresovic aus kürzester Entfernung zum 3:0 ab.

Wenn man Rathenow etwas zugute halten darf, die Mannschaft gibt auch in solch aussichtslosen Situationen nicht auf. Matthias Bagola rettete zwei Mal für seinen Torhüter. Erst gut mit dem Fuß auf der Linie, kurz darauf regelwidrig mit dem Arm. Den fälligen Strafstoß verwandelte Caner Özcin mit etwas Glück (Vogel war noch dran).

In der 89. Minute endlich einmal Entschlossenheit bei Optik. Glodi Zingu setzte seinen Gegenspieler unter Druck, ließ nicht locker und setzte nach. So konnte er das Leder am Torhüter vorbei ins Netz spitzeln. Eine echte Chance erzwang das Team in den, inklusive Nachspielzeit, letzten vier Minuten dann aber nicht mehr.

"Wer mich kennt, weiß, das ich heute vollkommen enttäuscht bin", meinte Ingo Kahlisch. "Natürlich kann diese Mannschaft nicht Woche für Woche hundert Prozent gehen. Aber mit siebzig Prozent sind wir gegen einen defensiven Gegner nicht in der Lage, diesen auszuspielen. Hinten machten wir heute leichte Fehler, vor allem in unserer zugegebenermaßen blutjungen Innenverteidigung. Und vorne setzen wir uns überhaupt nicht durch. Niederlagen gehören zum Sport genauso wie Erfolge, aber wir müssen die richtigen Lehren daraus ziehen."

Optik: Güven (G) - Wilcke, Bilbija (G), Aydogdu, Matur - Hellwig (G), Sakran - Sevcuks (59. Langner), Leroy (64. Kim), Zingu - Özcin

Tore:
1:0 Goslinowski (25.)
2:0 Goslinowski (57.)
3:0 Kresovic (68.)
3:1 Özcin (82./HE)
3:2 Zingu (89.)