FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

KEINE ÜBERRASCHUNG IN LICHTERFELDE

Optik unterliegt bei einem äußerst spielstarken FC Viktoria 1889 Berlin mit 0:2.

Ingo Kahlischs Vorahnung sollte sich bewahrheiten. Nach der deftigen Pleite im Berliner Pokalfinale war der FC Viktoria der denkbar ungeeignetste Gastgeber, um auf Geschenke zu hoffen. Am Ende wurden die Himmelblauen ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht, gewannen verdient und untermauerten nach dem 2:1-Sieg in Chemnitz ihre Aufstiegsambitionen.

Gegenüber dem Auftaktspiel gegen Meuselwitz veränderte Ingo Kahlisch die Mannschaft nur auf einer Position. Nach seiner überstandenen Schulterverletzung rückte Leon Hellwig für Yavuz Aydogdu auf die Sechs und zeigte gleich wieder, wie wichtig er trotz Trainingsrückstands mit seiner Ballsicherheit und Übersicht für das Rathenower Aufbauspiel ist.

Doch auch mit Hellwig geriet Optik in der ersten Halbzeit unter Berliner Dauerfeuer. Mit gefühlt 80 Prozent Ballbesitz belagerte Viktoria den Rathenower Strafraum. Mit dem 0:1 durch Yannis Becker (34.) war der FSV gut bedient, Yilmaz, Hovi und Fardja-Azad hatten zuvor gute Gelegenheiten ausgelassen.

Optik wurde, wenn, dann über Konter gefährlich, Muiomo-Köhler und Muiomo-Karupovic konnten jedoch in letzter Sekunde abgeblockt werden. Die größte Chance hatte ebenfalls Muiomo, der eine zu kurze Abwehr von Viktoria-Torwart Philip Sprint erlief, aber aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf (39.).

Auch nach der Halbzeitpause, die übrigens beide Teams auf dem Platz verbrachten, wurde es für Optik nicht leichter. Im Gegenteil - Kimmo Markku Hovi traf nach fünf gespielten Minuten zum 2:0 (50.). Mit zunehmender Spielzeit allerdings konnte sich der FSV immer besser befreien. Und spätestens nachdem nach Danilo Martschinkowski auch noch Vassilios Polichronakis und Neuzugang Emil Gustavus eingewechselt wurden, sahen die Zuschauer ein anderes, ein ausgeglichenes Spiel.

Martschinkowski hatte denn auch den Anschlusstreffer auf dem Fuß - aus zehn Meter schob er den Ball am leeren Kasten vorbei (70.). "Den muss er machen", ärgerte sich Kahlisch hinterher. Viel mehr Chancen gab es nicht zu notieren, auch nicht für die Gastgeber, die nun darauf bedacht waren, das Ergebnis zu halten. Kurz vor Schluss setzte der zur Halbzeit ebenfalls eingewechselte Techie-Menson noch einen Kopfball knapp über das Tor.

Trotz der zweiten Niederlage und des zwischenzeitlichen Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz fällt das Fazit zwar durchwachsen aus, aber durchaus mit positiven Ansätzen. Der fleißige Polichronakis pflügte nach seiner Einwechslung quasi den Platz um und Emil Gustavus gab im Mittelfeld ein bemerkenswert souveränes Debüt, das Lust auf mehr macht.

Das sah auch Ingo Kahlisch so, bremste aber übertriebene Erwartungen: "Der Junge hat eine Top-Einstellung. Er will unbedingt und er redet auf dem Platz - das fehlt ja bei uns etwas. Aber er ist erst 19 Jahre alt und hat ein Jahr nicht gespielt. Wir müssen ihn jetzt Schritt für Schritt heranführen.

Wir haben hier heute gegen ein Topteam verloren, das aufsteigen will, das sollten wir nicht vergessen. Viktoria war spielerisch stark, das muss man einfach so anerkennen. Wenn man dann so weit weg steht, wie wir am Anfang, wird es natürlich schwierig. Totzdem gab es ganz gute Ansätze. Wenn Danilos Chance reingeht, kann es vielleicht nochmal spannend werden. Wir müssen jetzt weiter arbeiten und zusammenrücken, um am Samstag die ersten Punkte zu holen."


Tore:
1:0 Becker (34.)
2:0 Hovi (50.)

Optik: Hiemann - Wilcke (46. Techie-Menson), Turan, Drame, Zingu - Langner, Hellwig (G / 87. Aydogdu) - Muiomo (G), Köhler (67. Polichronakis), Karupovic (67. Gustavus) - Gorbunow (60. Martschinkowski)