FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

HINTEN ANFÄLLIG, VORNE NACHLÄSSIG

Optik enttäuscht gegen den VfB Auerbach eine Halbzeit lang auf ganzer Linie und unterliegt am Ende mit 1:4.

Der FSV Optik bleibt Tabellenletzter der Regionalliga. Zumindest in der ersten Halbzeit hat sich Rathenow die Rote Laterne mit einer indiskutablen Leistung auch redlich verdient.

Eine Viertelstunde lang war es eine hochinteressante Partie. Ein guter Lucas Hiemann, der leider als einziger Akteur der Gastgeber eine starke Form zeigte, verhinderte mit drei tollen Paraden einen frühen Rückstand. In dieser Phase wurde die unkonzentrierte Leistung des FSV noch durch Gegenangriffe kaschiert, bei denen Jonathan Muiomo zweimal aussichtsreich vergab.

Danach ging es recht schnell und für die Sachsen auch recht einfach. Dass ein Torjäger wie Marc-Philipp Zimmermann trifft, muss vielleicht einkalkuliert werden (18.). Dass aber ein einfacher Ballverlust im Mittelfeld ausreicht, Thomas Stock das Durchlaufen und Einschieben zum 0:2 (34.) zu ermöglichen, darf einfach nicht passieren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Optik gerade wechseln müssen, Glodi Zingu verletzte sich am rechten Fuß. Kurz vor der Halbzeit stand Muiomo nochmals frei, vergab aber erneut.

Zur Pause tauschte Ingo Kahlisch zwei weitere Male. Was immer sich die Mannschaft in der Kabine vorgenommen hatte, nach fünf Minuten war es Makulatur. Der 17-jährige Yannic Voigt schlenzte ohne jedwede Gegenwehr der gastgebenden Defensive zum 0:3 ins Tor.

Merkwürdigerweise wachte Optik jetzt auf. Caner Özcin traf aus spitzem Winkel erst zum 1:3 und vier Minuten später nach einer Ecke per Kopf zum Anschluss - dachten jedenfalls die 300 Zuschauer. Aber Schiedsrichter Denis Waegert, dem es eigentlich nie gelang, Ruhe ins Spiel zu bekommen, erkannte unverständlicherwiese auf Stürmerfoul - wie Bilder der Szene zeigen, eine klare Fehlentscheidung!

Trotzdem blieben die Havelländer am Drücker. Nun gelangen auch Direktkombinationen, manches Mal fehlte einfach nur das Schussglück. Nach 77 Minuten war es weniger das Glück als der Mut, der dem Unparteiischen fehlte. Nach einem Handspiel im VfB-Strafraum zögerte er kurz und entschied sich dann dafür, keinen Elfmeter zu pfeifen. Bei einer ähnlichen Aktion kurz darauf auf der Gegenseite gab es den Pfiff. Knapp außerhalb des Sechzehners, doch Marcel Schlosser nutzte das zu einem schönen Freistoßtreffer zum 1:4.

Sven Köhler: "Es war wichtig, nach der emotionalen Partie gegen den Chemnitzer FC leistungsmäßig nachlegen zu können. In einer von uns sehr, sehr ordentlichen ersten Halbzeit haben wir verdient mit 2:0 geführt. Als wir Rathenow gefühlt den Zahn gezogen hatten, wurde es, so komisch es klingt, bis zu Schlossers Freistoß ein ganz, ganz enges Ding. So war meiner Meinung nach das Ergebnis am Ende klarer als das Spiel."

Ingo Kahlisch: "Heute bin nicht nur ich, sondern alle, die zum FSV Optik stehen, maßlos enttäuscht. Da sprechen wir die ganze Woche bestimmte Dinge regelmäßig an, und dann so etwas. So kannst du dich in der Regionalliga nicht präsentieren. Nach solch einer Hälfte, da kannst du kämpfen wie du willst... Wir müssen es jetzt hinkriegen, dass alle von der ersten Minute an auf dem Trapez sind, in der zweiten Halbzeit war die Einstellung doch in Ordnung."

Spielbericht im MDR

Ingo Kahlisch im MDR-Interview

Pressekonferenz

Bilder vom Spiel

Das nicht gegebene 2:3...

RATHENOW: Hiemann - Techie-Menson, Turan (G), Drame, Zingu (33. Wilcke) - Hellwig (71. Gustavus), Langner - Muiomo (46. Özcin), Köhler, Karupovic (46. Polichronakis) - Will (71. Gorbunow)

AUERBACH: St. Schmidt - Morozow, Müller, Sieber, Voigt (79. Kubitz) - M. Schmidt (G), Horschig (60. Wurr) - Schlicht (64. Guzlajevs), Schlosser - Stock (G), Zimmermann

TORE:
0:1 Zimmermann (18.)
0:2 Stock (34.)
0:3 Voigt (50.)
1:3 Özcin (55.)
1:4 Schlosser (83.)