FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

ERSTEN DREIER ERKÄMPFT

Optik gewinnt gegen den ZFC Meuselwitz in einem umkämpften Spiel nach Toren von Januario und Muiomo mit 2:1.

Wer bisher noch nicht glaubte, dass beim FSV alles selber gemacht wird, bitteschön: Als beim MDR krankheitsbedingt kurzfristig ein Mitarbeiter ausfiel, stellte sich der noch verletzte Ali Gündogdu als Kameramann an der Seitenlinie zur Verfügung. Eine nette Geste, aber viel wichtiger war, die Jungs auf dem Platz nahmen endlich auch das Toreschießen selber in die Hand, respektive den Fuß. Und so stand am Ende einer spannenden Partie endlich der erste Saisonsieg zu Buche.

Im Kader fehlte weiterhin der kranke Michael Gorbunow, dafür saß mit Abdullah Dzafo ein weiterer Neuzugang auf der Bank. Er sah wie die 350 Besucher eine erste Hälfte, in der die Gäste die besseren Chancen hatten. Die größte gab es für Jegor Jagupov, der nach einem Abpraller im 5-Meter-Raum zum Schuss kam, aber den blitzschnell abtauchenden Lucas Hiemann nicht überwinden konnte (16.).

Kurz vor der Pause ein Kopfball vom recht frei stehenden Felix Müller, aber daneben. Jener Felix Müller hatte zuvor Hiemann zu einer vielleicht nicht spektakulär aussehenden Parade gezwungen. Einfach war es jedoch nicht, wurde der Fernschuss doch noch abgefälscht.

Und Optik? Zerrte immer wieder an den Ketten, kämpfte hervorragend und lauerte auf die eine entscheidende Gelegenheit. Die hätte es eventuell gegeben, als Vassilios Polichronakis im Strafraum zu Fall kam und Zingu im Nachsetzen knapp verfehlte. Schiedsrichter Patrick Kluge ließ hier ebenso weiterlaufen, wie in der zweiten Halbzeit bei einer ähnlichen Aktion auf der Gegenseite.

Die erste erwähnenswerte Szene nach dem Wechsel führte zum 1:0. Jonathan Muiomo steckte durch auf Kimby Januario, der das Leder am Keeper vorbei ins Netz spitzelte. Danach rannten die Zipsendorfer zwar vehement an, so richtig gefährlich wurde es aber nicht.

Stattdessen hatten die Fans, die bei dieser Flutlichtpartie eine Stimmung verbreiteten, wie schon lange nicht mehr, in der 83. Minute erneut Grund zum Jubeln. Der eingewechselte Thilo Gildenberg mit feinem Pass auf Jonny Muiomo und dieser mit einem mindestens ebenso feinen Schuss zum 2:0.

In der Nachspielzeit wurde es dramatisch. Erst hämmerte Niklas Jahn eine Ablage von Florian Hansch volley zum 2:1-Anschlusstreffer ins Netz. Und Sekunden später prallte eine Flanke von Fabian Stenzel an den Pfosten und von dort dem komplett allein gelassenen Ben-Luca Moritz vor die Füße. Der entschied sich für die aus Nordthüringer Sicht für die schlechteste aller möglichen Varianten. Sein Versuch einer Direktabnahme verfehlte das Ziel deutlich. Noch einen Freistoß musste Rathenow überstehen, dann war der erste Sieg über den ZFC seit dem Frühjahr 2016 perfekt.

Holm Pinder: "Wir sind natürlich enttäuscht. Ich muss mich bei den mitgereisten Fans für den Auftritt der Mannschaft entschuldigen, wir wollten uns hier anders präsentieren. Dabei haben wir gut reingefunden, hatten zwei Riesenchancen, aben es aber wieder nicht geschafft. Rathenow hat sich dann reingebissen, ohne dabei zu glänzen. Wie sie uns allerdings den Schneid abgekauft haben, war beschämend. Wir haben uns bisher immer vor die Jungs gestellt, aber wenn wir nicht absteigen wollen, werden wir das der Mannschaft wohl anders nahebringen müssen."

Ingo Kahlisch: "Es gab ja zuletzt viel Gerede. Natürlich freue ich mich, aber im Moment noch nicht so riesig. Einige können nur nölen, bei facebook über zum Teil ganz junge Spieler hetzen, sowas kotzt mich an. Wir werden weiter kämpfen, weiter alles geben - aber das geht, so wie bei der tollen Stimmung heute, nur mit euch zusammen!"

Tolle Stimmung verbreiten können Team und Fans schon wieder am Samstag. Dann kommt es zum Duell mit Aufsteiger Tasmania Berlin. Die Partie findet im Stadion Lichterfelde am Ostpreussendamm statt, Spielbeginn ist um 13 Uhr.

Bilder vom Spiel

Spielbericht bei Sport im Osten

Die Trainerstimmen nach dem Spiel

Optik: Hiemann - Techie-Menson (68. Gildenberg), Langner, Wilcke, Zingu - Sejdovic (G), Gustavus (86. Gröger) - Polichronakis, Leroy (72. Köhler), Muiomo (86. Dzafo) - Januario (G)

ZFC: Guderitz - Moritz, Tuncer (70. Jahn), Müller, Raithel - Zintsch, Stenzel - Kadric (60. Weinert / G), Miatke (60. Hansch) - Förster (78. Trübenbach / G), Jagupov (46. Albert)

Tore:
1:0 Kimby Januario (56.)
2:0 Jonathan Muiomo (83.)
2:1 Niklas Jahn (90.+1)