FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

WICHTIGER SIEG IM ABSTIEGSKAMPF

Optik gewinnt gegen Tasmania Berlin mit 2:0. Die Tore in einem umkämpften Spiel erzielen Polichronakis und Januario.

Irgendwo ganz weit oben hat jemand etwas gegen den FSV. Zum fünften Mal in Folge bestritt der Verein ein Heimspiel im Dauerregen. Den knapp 250 Zuschauern, die dennoch an den Vogelgesang gekommen waren, war es am Ende egal. Nach 93 Minuten stand ein 2:0 auf der Anzeigetafel.

Die Vorzeichen waren alles andere als gut. Neben den bereits vermeldeten Jerome Leroy und Robin Techie-Menson fiel auch noch Marc Langner aus. Das war aber nicht der Grund, warum Rathenow zu Beginn recht tief stand.

Nein, die Tasmanen, die viele feine Techniker in ihren Reihen haben, kombinierten sich schön bis über die Mittellinie. Dort wurden sie von bis in die Haarspitzen motivierten Rathenowern empfangen, bekämpft und ausgekontert. Sprich, der Fußballlehrer hatte seine Truppe taktisch und kämpferisch hervorragend eingestellt.

Die ersten Möglichkeiten besaßen Jonathan Muiomo, Nicola Köhler und Emir Sejdovic. Wenn es bei den Gästen nach vorne ging, dann über links. Serhat Polat feuerte nach einer knappen halben Stunde einen Warnschuss ab. Das ging im wörtlichen Sinne über die Latte, im übertragenen nach hinten los. Denn es war sein direkter Gegenspieler, der in der 31. Minute zum 1:0 traf. Vassilios Polichronakis versenkte eine Diagonalflanke von Kuffour sehenswert direkt ins lange Eck.

Nach der Pause gab es ein anderes Bild. Neuköllns neuer Coach, Thomas Franke, fand in der Kabine offensichtlich die richtigen Worte. Und der FSV musste mit zunehmender Dauer dem Nachholer vom Mittwoch kräftemäßig Tribut zollen. Nun zeigte sich aber auch, warum der Aufsteiger aus der Hauptstadt in der Tabelle so weit hinten rangiert. Flanke auf Flanke segelte in den Strafraum, richtig zupacken musste Lucas Hiemann jedoch nur ganz selten. Tas fehlt schlicht und ergreifend ein Knipser.

Die Heimelf setzte auf schnelle Gegenstöße, Jonny Muiomo fand gleich zweimal in Elvin Kovac seinen Meister. Eine Viertelstunde vor dem regulären Ende forderten die Fans lautstark einen Elfmeter. Nico Köhler, der nach dem Schlusspfiff einem Kohlehändler viel ähnlicher sah, als einem Fußballer, wurde beim Konter im Strafraum am Trikot zu Boden gerissen. Schiedsrichter Christian Allwardt sah hier, wie sonst auch in vielen Zweikampfszenen, kein Vergehen.

Das ist aber eher als Kompliment, denn als Kritik aufzufassen. In einem angesichts der Bedeutung äußerst fairen Match gab es ganz viel Kampf, aber wenig Fouls. So trug der Referee mit seiner großzügigen Leitung zum Spielfluss bei. Nur einmal wich er, zum Leidwesen beider Teams, davon ab. Nach einem Freistoßpfiff für Optik gab es eine kleine Rangelei. Alles halb so schlimm, niemand ging zu Boden. Trotzdem mussten Thilo Gildenberg auf der einen und Elias Tamim auf der anderen Seite das Spielfeld mit glatt Rot verlassen.

Das kam den Gästen zu Gute. Gegen ausgepumpte Havelländer warf man bei nun viel Platz auf dem Platz alles nach vorn. Mit Glück und Geschick überstand der FSV das und erzielte selbst durch Kimby Januario, der in der 89. Minute mit einem Pass von Justin Gröger auf und davon zog, das erlösende 2:0. Durch die vier gewonnen Punkte in dieser Woche konnte Rathenow die direkten Abstiegsränge verlassen.

Thomas Franke: „Insgesamt eine unglückliche Niederlage, wobei der Rückstand zur Pause verdient war. In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht, waren viel griffiger.“ Auf die Frage, wie er persönlich sein erstes Spiel als Tas-Trainer einschätzt, antwortete der 34-jährige: „Sehr zufrieden. Es hat echt Spaß gemacht. Ich war ja als Spieler schon öfter hier, mag die Atmosphäre in Rathenow. Die Jungs ziehen alle mit, haben das was wir besprochen haben, gut umgesetzt. Ich bin doch auch mit Leib und Seele Fußballer. Wenn ich eine tote Mannschaft übernommen hätte, wäre es anders, aber so hat es mir Spaß gemacht.“

Ingo Kahlisch: „Nach dem Mittwoch war das heute wirklich das so erwartet schwere Spiel. Wir mussten wieder zittern. Zum einen hat Tasmania das sehr ordentlich gemacht, zum anderen haben wir in der ersten Halbzeit vergessen, das zweite Tor zu machen. Die Roten Karten empfinde ich als unglücklich. Aber trotzdem, jetzt freuen wir uns erst mal. Und dann hoffen wir alle, dass die kranken und verletzten Spieler möglichst schnell zurückkommen.“

Nicht etwa sieben, sondern nur fünf Tage trennen den FSV Optik vom nächsten Punktspiel. Am Freitag um 19 Uhr muss Rathenow beim SV Babelsberg 03 antreten.

Bericht auf Ostsport.TV

Bilder vom Spiel

RATHENOW: Hiemann – Polichronakis, Wilcke (G), Gröger, Kuffour - Sejdovic, Gildenberg (80. R)- Pistol (61. Januario), Köhler, Muiomo (82. Dzafo) - Will (77. Zingu)

TASMANIA: Kovac – Tamim (80. R), Aydin, Bähr, Kaiser - Kascha (70. Gorrie), Storm, Sait, Polat (77. I. Ceesay) - Oudenne (89. M. Ceesay), Brechler (G)

TORE
1:0 Polichronakis (31.)
2:0 Januario (89.)