FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

OPTIK GREIFT DEN LETZTEN STROHHALM

Optik siegt gegen Fürstenwalde nach einer starken Leistung mit 2:0 und wahrt die Chance auf den Klassenerhalt.

Das letzte Heimspiel ist immer auch ein Tag der Verabschiedungen. Vor der Partie gegen Union Fürstenwalde gab es beim FSV Optik zuerst die von Physiotherapeut Robert Berlin, der den Verein nach zehn Jahren verlässt. In der Halbzeitpause wurde dann der talentierte D-Jugendspieler Are Friedrich Knudsen, der den Sprung an die Sportschule schaffte, geehrt.

Nicht verabschiedet wurde dagegen Rathenow aus der Regionalliga. Nach einer starken Leistung gab es einen vollauf verdienten 2:0-Sieg, womit die kleine Hoffnung auf den Klassenerhalt bestehen blieb.

Es herrschte eine eigenartige Stimmung am Vogelgesang. Obwohl durch die Vortagessiege von Duisburg und Verl in der dritten Liga die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch geringer wurde, sah es eine Viertelstunde vor dem Anpfiff eher nach einer fröhlichen Aufstiegsfeier aus. Mehr als 500 gutgelaunte Fans, Bambini und F-Jugend als Einlaufkinder - und Ingo Kahlisch auf einem kleinen Stuhl mitten unter den Zuschauern. Letzte Woche bekam er bei Tennis Borussia seine vierte Gelbe Karte, das führt bei Offiziellen zu einem Spiel Sperre.

So stand Marcel Subke diesmal in der Verantwortung. Die behielt er, der Chef hielt sich über die gesamte Spielzeit zurück. Das konnte er auch, denn während seine Jungs kämpferisch auf den Punkt topfit und hochkonzentriert waren, übernahmen sie im spielerischen Bereich die Leichtigkeit und die gute Laune der Fans.

Das sah dann meist so aus: Langer Ballbesitz für Union, Zweikampfgewinn Rathenow, schneller Konter. Jonathan Muiomo hatte die ersten beiden Abschlüsse, dann war es Kimby Januario. Seinen Versuch konnte Marcin Staniszewski nicht erreichen, doch Manasse Eshele klärte für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie.

Es gab diesmal auch nichts mit Glück, Platz, Schiedsrichter oder ähnlichem. Der in Rot spielende FSV war einfach besser, als der in Grün-Schwarz. Das drückte sich alsbald auf der Anzeigetafel aus. Glen Habimana entschärfte einen Volleyschuss von Nicola Köhler per Kopf zur Ecke. Die kam zu Kimby Januario, der sich links durchsetzte und auf Glodi Zingu querlegte. Glodi musste aus Nahdistanz nur noch zum 1:0 einschieben.

Rathenow blieb am Drücker. Thilo Gildenberg (gehalten), Nico Köhler (nicht voll getroffen), Johannes Pistol (vorbei) hatten die nächsten Gelegenheiten. Auf der Gegenseite war fast immer vor dem Strafraum Schluss. Nur bei einem Kopfball von Manassa Eshele wurde es gefährlich, Marc Langner schlug das Leder rechtzeitig weg.

Fünf Minuten vor der Pause fiel das 2:0, wieder nach einer Ecke - Vassilios Polichronakis köpfte ein. Sah Unionkeeper Staniszewski dabei etwas unglücklich aus, zeigte er Sekunden später eine tolle Parade gegen den im Konter allein auf ihn zulaufenden Kimby Januario.

Die zweite Halbzeit war immer noch ordentlich, bot aber weit weniger aufregende Strafraumszenen. Union hatte auf Dreierkette umgestellt, wollte mehr Druck ausüben. Die Gastgeber mussten zwangsläufig mehr in die Defensive investieren, taten das allerdings so gut, dass Lucas Hiemann nur beim Kopfball des eingewechselten Valentin Rode (52.) ernsthaft gefordert wurde.

Als es nach gut einer Stunde in der insgesamt fairen Partie etwas härter zur Sache ging, zog Schiedsrichter Michael Wilske kurz nacheinander zweimal Gelb und hatte wieder Ruhe. Die hatten die Gäste längst verloren. In der 84. Minute gab es die "Höchststrafe" für Leonard Zeqiri. Zur Pause eingewechselt, musste er, ohne sich verletzt zu haben, wieder runter.

Am Ende blieb es beim 2:0. Wenn auch die Chance auf ein weiteres Jahr Regionalliga gering bleibt, Mannschaft und Fans feierten dennoch. Ergebnis und Leistung stimmten, es war ein schöner Tag am Vogelgesang!

Bilder vom Spiel

Bericht auf Ostsport.TV

Kenny Verhoene: "Unser Matchplan ging nicht auf. Wir haben jeden zweiten Ball dem Gegner in die Füße gespielt, liefen immer wieder in Konter. Mit der Umstellung auf Dreierkette zur Pause wollten wir mehr Druck nach vorne erzeugen, fanden aber auch da nicht die richtige Lösung. Das ist sehr bitter, nun sind wir noch mehr davon abhängig was oben passiert. Wir müssen gucken, wie wir in das letzte Spiel gehen, heute war die Laufbereitschaft nicht da, wir sind nicht in die Box gekommen und müssen analysieren, warum."

Marcel Subke: "Wir sind glücklich, das war von Minute 1 bis 92 sehr gut. Wir haben immer die Ordnung gehalten. Weiter geht`s, die Ausgangslage ist jetzt ein bisschen besser. Letztes Heimspiel, geiles Wetter, super Zuschauer und dazu eine gute Leistung geboten - ich bin zufrieden."

RATHENOW: Hiemann - Polichronakis, Wilcke, Zingu, Kuffour - Langner (82. Gröger), Gildenberg - Pistol, Köhler (74. Leroy), Muiomo - Januario (67. Will)

FÜRSTENWALDE: Staniszewski - Vrella (46. Zeqiri/84. Christoph), Berk, Jarosch (63. Wunderlich), Eshele - Zaruba (G / 84. Arnold), Weiß - Corstjens, Klossek, Winter (G) - Habimana (46. Rode)

TORE:
1:0 Zingu (23.)
2:0 Polichronakis (41.)