FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

DER ABSTIEG IST BESIEGELT

Mit wehenden Fahnen verabschiedet sich Optik aus seiner “Champions League”. Beim BAK heißt es am Ende 7:5.

Nach vier Jahren muss der FSV Optik zurück in die Oberliga. Die erstmals in der Vereinsgeschichte fünf erzielten Auswärtstore in einem Regionalligaspiel reichten nicht für den Klassenerhalt. Gastgeber Berliner AK setzte sich in einem denkwürdigen Match mit 7:5 durch.

Es war eine regelrechte rot-weiße Karawane, die sich Sonntagmittag vom Berliner Hauptbahnhof zum nahegelegenen Poststadion in Bewegung setzte. Neben dem Fanblock vom Vogelgesang waren auch viele Kicker aus B- und C-Jugend, aber auch ältere treue Unterstützer dabei. Optik konnte auf eine Fanschar bauen, die es so schon lange nicht mehr gab. Und gleich beim ersten Angriff brachten die Rathenower Anhänger die Tribüne zum beben. Jonathan Muiomo und Johannes Pistol scheiterten noch an Torhüter Maxim Hertel, den zweiten Nachschuss versenkte Nico Köhler zum 0:1 im Netz.

Danach zeigte sich aber auch das Dilemma dieser Spielzeit. Zu „grün“ waren die Roten. In der Euphorie stand der FSV zu offen, statt den Athleten zunächst mal die Lust zu nehmen. Die hatte nämlich ganz besonders Änis Ben-Hatira. Der vielfache Bundesligaprofi und elffache Nationalspieler erzielte den Ausgleich und war anschließend, teils mit Kabinettstückchen zum Zunge schnalzen, an fast jeder Offensivaktion der Moabiter beteiligt.

In einer vogelwilden Partie hätte der BAK bis zur Pause auch gut und gerne noch zwei Treffer mehr erzielen können, als Nader El-Jindaoui nach einem Konter freistehend vorbeischoss und Lucas Hiemann beim Kopfball von Michel Ulrich rechtzeitig in der bedrohten Ecke war. Auf der anderen Seite gab es ebenfalls zwei Großchancen. In der 26. Minute wurden die Versuche von Johannes Pistol und Nicola Köhler unmittelbar vor der Linie geklärt und nach einer guten halben Stunde rettete beim Schuss von Kimby Januario der Pfosten.

Nach dem Wechsel wurde es schnell ruhig im weiten Rund. Ben-Hatira traf zum zweiten Mal, und mit dem 4:1 sollte bei sommerlichen Temperaturen doch wohl alles entschieden sein. Doch auf eine unglaubliche Art und Weise kam Optik zurück. Gerade hatte Ingo Kahlisch drei frische Aktive auf den Platz geschickt, da fiel das 4:2. Jerome Leroy mit der Ecke und – ja wer? – ins Tor. Von außen tippten die Verantwortlichen auf Vasi, der Stadionsprecher verkündete Thilo und der Schiedsrichter notierte Glodi.

Egal, plötzlich bekam die Mannschaft die zweite Luft. Jonathan Muiomo erzielte mit einem tollen Schlenzer ins äußerste Eck den Anschluss und wenig später (diesmal wirklich) Vassilios Polichronakis mit ganz viel Nachsetzen, Kraft und Willen das 4:4. Auf den Rängen hatte Rathenow da längst die totale Überlegenheit.

Jetzt stellten sich die Gäste geschickter an und lauerten geduldig auf ihre Möglichkeit. Bis es dann eine Viertelstunde vor dem Abpfiff des guten Referees Christopher Gaunitz zu einem höchst unglücklichen Missgeschick kam. Der später untröstliche Glodi Zingu rutschte ohne gegnerische Einwirkung aus und ermöglichte Pardis Fardjad-Azad so die erneute Berliner Führung.

Nun musste Optik natürlich komplett aufmachen, erneut Fardjad-Azad kam per Konter zum 6:4. Aber wieder weigerten sich die Havelländer, sich mit der Niederlage abzufinden. Im Gegenteil, der Gegner wurde regelrecht eingeschnürt. Thilo Gildenberg schoss noch knapp vorbei, Kimby Januario aus spitzem Winkel nicht. Noch abgefälscht brachte er Rathenow wieder auf 6:5 heran. Erst als Yousef Emghames in der 87. Minute einen weiteren Konter gegen die nun völlig entblößte Abwehr erfolgreich vollendete, war der Abstieg besiegelt.

Die etwa 100 Gästefans, die vor Ort waren, werden diese Partie sicherlich nie vergessen können. Ein solches Spiel zehn Wochen früher und keiner hätte Optik als Absteiger gesehen.
Ingo Kahlisch brauchte genau wie die Mannschaft Zeit das gesehene zu verarbeiten. Zum Spiel selbst wollte er sich so kurz nach dem Abpfiff nicht äußern, aber eins war ihm wichtig: „Ein Riesenkompliment an alle Fans für die unglaubliche Unterstützung“.

Bilder vom Spiel

Bericht auf Ostsport.TV

Ingo Kahlisch nach dem Spiel bei Ostsport.TV


Optik: Hiemann - Polichronakis, Wilcke, Zingu, Kuffour - Gildenberg, Langner (55. Gröger / G) - Pistol (55. Will), Köhler (55. Leroy), Muiomo - Januario

Tore:
0:1 ( 4.) Nicola Köhler
1:1 ( 7.) Änis Ben-Hatira
2:1 (15.) Eroll Zejnullahu
3:1 (35.) Michel Ulrich
4:1 (48.) Änis Ben-Hatira
4:2 (57.) Vassilios Polichronakis
4:3 (63.) Jonathan Muiomo
4:4 (67.) Vassilios Polichronakis
5:4 (74.) Pardis Fardjad-Azad
6:4 (78.) Pardis Fardjad-Azad
6:5 (82.) Kimby Januario
7:5 (87.) Yousef Emghames